Stadt Immenhausen

Merian­stich der Stadt Im­men­hau­sen Foto: n.n.

Bei archäologische Untersuchungen im Vorfeld geplanter Neubauten am Mühlenanger fanden sich 1999 Spuren eines jungsteinzeitlichen Siedlungsplatzes. Bereits um 5000 vor Christi Geburt siedelten hier Menschen.

Immenhausen ist an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen (Königsstraße, Kasselweg, Alte Mündener Straße) entstanden. Erstmals erwähnt wird Immenhausen am 7. Juli 1123. In Urkunden des 13. Jahrhunderts findet sich Immenhausen, das wohl an Bedeutung gewonnen hat, des Öfteren. So zum Beispiel 1282 bei Schlichtungsverhandlungen zwischen Hessen und Mainz unter Vermittlung König Rudolfs. Immenhausen war zu dieser Zeit Besitz der Herren von Dassel und wurde 1297 vom Landgrafen Heinrich I. von deren Erben erworben. Den frühesten Nachweis über die Stadtrechte liefert eine Urkunde vom 2. November 1298. Immenhausen war bald nach dem Erwerb durch Hessen Festung gegen das im Norden angrenzende mainzische Gebiet (Hofgeismar). Infolge der raschen Grenzverschiebung in Richtung Hofgeismar verlor die Stadt dann aber bald an Bedeutung und wurde Etappe. Sie blieb deshalb in ihrer alten baulichen Anlage bis ins 20. Jahrhundert nahezu unverändert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Einwohner steil an – vor allem durch die Ansiedlung der Flüchtlinge – von 2.473 (1943) auf 3.757 (1946). 1998 ist die Bevölkerung auf 5196 Personen mit weiter steigender Tendenz angewachsen. Neuer Wohnraum entsteht in neuen Siedlungsgebieten, die nach und nach erschlossen werden und die heute die mittelalterliche Stadtanlage umgeben. Inzwischen ist die Bevölkerung in der Kernstadt wieder auf 4730 Einwohner (Stand 23. Juni 2017) geschrumpft.

Pfarrei

Die Pfarrei gehörte von der Frühzeit an zum Erzbistum Mainz, Archidiakonat Hofgeismar. Mit der kirchlichen Neuordnung nach der Einführung der Reformation kam die Pfarrei zur Klasse Grebenstein (Superintendentur Kassel), die 1827 mit der Klasse Hofgeismar vereinigt und 1924 mit der neuen ersten selbstständigen Kirchenverfassung nach dem Ende des landesherrlichen Kirchenregimentes zum Kirchenkreis Hofgeismar wurde.

Die erste überlieferte kirchenamtliche Handlung in Immenhausen hängt mit einer landgräflichen Beginen-Einrichtung für unverheiratete adlige Damen zusammen. 1462 erhalten die Schwestern vom »Mergenhof« (Marienhof) in Immenhausen die Erlaubnis, einen eigenen Pfarrer zu halten, eine eigene Kapelle zu bauen und einen eigenen Friedhof anzulegen. Der Mergenhof, als Beginen-Einrichtung, ist kein Kloster mit Gelübde, scheint aber schon unter dem ersten Seelsorger (Pater Bertold Olshusen) zu einem Kloster nach Augustiner Regel geworden zu sein. Es wurde 1489 dem Kloster Merxhausen unterstellt. Das Ansehen des Mergenhofes war so groß, dass er über die Reformation hinaus bestand. 1537 ziehen die letzten Schwestern nach Merxhausen. Der Besitz wird säkularisiert. 15 Jahre vor ihrem Auszug hatten mit Bartholomäus Riseberg, der 1522/23 für eine kurze Zeit in der Stadt im Sinne Luthers predigte, die ersten Ausstrahlungen der Reformation Immenhausen erreicht.

Ein weiteres bedeutsames Ereignis war die Aufnahme der französischen Glaubensflüchtlinge (refugiés) 1686. Das ihnen zugestandene Recht zur Mitbenutzung der Immenhäuser Kirche St.Georg bestand auch nach der Umsiedlung nach Mariendorf bis 1814 fort. Bereits am 9. Juni 1710 wurde in Mariendorf eine eigene Kirche eingeweiht. Sie ist trägt den Namen der Landgräfin Maria Amalia.

Gutenbergbibel

Im­men­häu­ser Gu­ten­berg­bi­bel
Foto: S. Mar­tien­sen

Die Evangelische Kirchengemeinde Immenhausen ist stolze Besitzerin einer Gutenbergbibel. Es handelt sich dabei um den das Alte Testament umfassenden Band. Der Fund und die Identifizierung erregten weltweites Aufsehen.
Bei Aufräumungsarbeiten auf dem Boden des alten Pfarrhauses im Jahr 1958 fiel eine alte Bibel in lateinischer Sprache auf. Die Vermutung, dass es sich dabei um eine Gutenbergbibel handelt, wurde von Rektor Friedrich-Karl Baas wissenschaftlich belegt und 1975 schließlich auch offiziell bestätigt. Seitdem wird der wertvolle Fund nach einer vorübergehenden Ausstellung im Gutenberg-Museum in Mainz als Leihgabe der Kirchengemeinde im Tresorraum der Murhardtschen Bibliothek, Uni-Bibliothek der Universität Kassel, aufbewahrt.
Im Jahr 2010 wurde mit der Universität Kassel ein neuer Leihvertrag geschlossen, der u.a. Aufbewahrung und Schutz regelt. Die Leihgabe wurde in die Selbstversicherung des Landes Hessen übernommen.
Die jüngste – uns bekannte – journalistische Veröffentlichung zur Immenhäuser Gutenbergbibel findet sich im Hochschulmagazin „publik“ der Kasseler Universität vom 30.09.2019 (https://www.uni-kassel.de/uni/aktuelles/meldung/post/detail/News/der-weite-weg-der-frohen-botschaft/).

Bar­tho­lo­mä­us Ri­se­berg

Die Evan­ge­lisch-re­for­mier­te Kir­chen­ge­mein­de Im­men­hau­sen ist mit der Stadt ge­wach­sen und hat schließ­lich eine Grö­ße er­reicht, die eine zwei­te Pfarr­stel­le er­for­der­lich mach­te. Sie wur­de am 1. Januar 1982 ein­ge­rich­tet und mit der un­be­setz­ten und seit 1963 von Im­men­hau­sen mit­ver­sorg­ten evan­ge­lisch-re­for­mier­ten Kir­chen­ge­mein­de Ma­rien­dorf pfarr­amt­lich ver­bun­den. Mit der fi­nan­ziel­len Hil­fe der Lan­des­kir­che wur­de zur Ent­las­tung des Pfar­rers ei­ne Mit­ar­bei­ter-Stelle für Ju­gend- und Ge­mein­de­ar­beit ge­schaf­fen, die am 15. Au­gust 1979 be­setzt wer­den konn­te. In­zwi­schen hat sich die Lan­des­kir­che aus der Fi­nan­zie­rung zu­rück­ge­zo­gen. Seit Ok­to­ber 1986 steht die Ar­beits­kraft die­ser Stel­le aus­schließ­lich für die Kin­der- und Ju­gend­ar­beit in den bei­den Ge­mein­den zur Ver­fü­gung.

Gesamt­ver­band der ev. Kir­chen­ge­mein­den Im­men­hau­sen & Ma­rien­dorf

Am 17.06.2005 wur­de der Ge­samt­ver­band der ev. Kir­chen­ge­mein­den Im­men­hau­sen und Ma­rien­dorf ge­grün­det. Als Ge­mein­de­glied ha­ben Sie von die­ser neu­en Or­ga­ni­sa­tions­form in den bei­den Kir­chen­ge­mein­den ver­mut­lich kaum et­was be­merkt. Aber im Ge­samt­ver­band wächst zu­sam­men, was schon lan­ge zu­sam­men ge­hört – wird kir­chen­ver­wal­tungs­mä­ßig dem Rech­nung ge­tra­gen, was bei uns schon lan­ge ge­üb­te Praxis ist. War z.B. die Ju­gend­ar­bei­te­rin vor­her nur in Im­men­hau­sen an­ge­stellt, ar­bei­te­te aber für bei­de Kir­chen­ge­mein­den, so ist sie wie auch al­le an­de­ren haupt- und ne­ben­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter nun im Ge­samt­ver­band an­ge­stellt; die Rech­te und Pflich­ten an den Ar­beits­ver­hält­nis­sen lie­gen da­mit bei bei­den Kir­chen­ge­mein­den.
Auch fi­nan­ziell war die Bil­dung des Ge­samt­ver­ban­des in­ter­es­sant: Ma­rien­dorf er­hält seit­dem au­to­ma­tisch die hö­he­re Pro-Kopf-Zu­wei­sung der grö­ße­ren Kir­chen­ge­mein­den. Der Ge­samt­ver­bands­vor­stand und die -ver­tre­tung wer­den von Mit­glie­dern bei­der Kir­chen­vor­stän­de be­setzt.

Waldgottesdienst

Seit 2001 fei­ert die Kir­chen­ge­mein­de Ma­rien­dorf jähr­lich ei­nen Wald­got­tes­dienst. Auf­grund der re­gen Teil­nah­me aus Im­men­hau­sen ha­ben die Kir­chen­vor­stän­de schon bald ent­schie­den, die­sen Got­tes­dienst als Kirch­spiels­got­tes­dienst bei­der Ge­meind­en an­zu­bie­ten. In Ab­stim­mung mit den re­gio­na­len Re­vier­förs­te­rei­en fan­den die ers­ten Wald­got­tes­diens­te an un­ter­schied­li­chen Plät­zen mit­ten im Wald statt. Auch Ge­mein­de­mit­glie­der an­de­rer be­nach­bar­ter Kir­chen­ge­mein­den nutz­ten ger­ne die Ge­le­gen­heit, bei ih­ren Wan­de­run­gen bzw. Rad­tou­ren un­ter­wegs mit uns Got­tes­dienst zu fei­ern.

Wald­got­tes­dienst 2008
Foto: C. Meh­ler-Runz­hei­mer

Da die Ört­lich­kei­ten im Wald meis­tens nicht mit dem Auto er­reich­bar wa­ren, un­se­re äl­te­ren Ge­mein­de­mit­glie­der aber zum Teil nicht mehr gut ge­nug zu Fuß sind um vom nächst­ge­le­ge­nen Park­platz dort­hin zu wan­dern, ha­ben wir das Kon­zept im Jahr 2006 leicht ge­än­dert: Seit­dem fin­den die Got­tes­diens­te nicht mehr mit­ten im Wald statt, son­dern auf ei­nem Grund­stück di­rekt am west­li­chen Rand des Rein­hards­wal­des, das über Wirt­schafts­we­ge auch mit dem PKW gut zu er­rei­chen ist. An die­ser Stel­le ein herz­li­cher Dank an die Ma­rien­dor­fer Fa­mi­lie Blank, die uns ih­re Wie­se zu die­sem Zweck bis 2013 zur Ver­fü­gung stell­te. Seit­dem fin­det der Wald­got­tes­dienst am Über­gang des Orts­teils Ahl­berg in den Rein­hards­wald statt.

Nach wie vor kommt der über­wie­gen­de Teil der Got­tes­dienst­be­su­cher zu Fuß oder mit dem Fahr­rad zum Wald­got­tes­dienst, oft ver­bun­den mit ei­ner an­schlie­ßen­den Wan­de­rung bzw. Rad­tour im schö­nen Rein­hards­wald. In den Jah­ren 2006/07 wur­de der Got­tes­dienst vom Blä­ser­korps des Kreis­jagd­ver­eins mu­si­ka­lisch mit­ge­stal­tet. Nach­dem wir in die­sen bei­den Jah­ren be­reits je­weils ca. 100 Teil­neh­mer be­grü­ßen konn­ten, ist die Zahl im Jahr 2008 er­neut auf ca. 140 Be­su­cher ge­wach­sen, die mit uns im Frei­en Got­tes­dienst fei­ern wol­len. Im An­schluss bie­tet sich die Ge­le­gen­heit zu Ge­sprä­chen bzw. sich mit Grill­wurst und Ge­trän­ken oder Kaf­fee und Ku­chen für den Rück­weg zu stär­ken.

St. Ge­orgs­kir­che

Süd­ost­an­sicht
Foto: A. Dick
(Ge­schicht­li­che Da­ten zur Kir­che er­hal­ten Sie durch An­kli­cken des Bil­des)

Die spät­go­ti­sche drei­schif­fi­ge Hal­len­kir­che hat ei­ne be­weg­te Ge­schich­te hin­ter sich. Nach ei­nem klei­nen ro­ma­ni­schen Vor­läu­fer wur­de wahr­schein­lich mit der Stadt­er­he­bung ein go­ti­scher Neu­bau er­rich­tet. Die­ser wur­de im Jah­re 1385 durch Main­zer Trup­pen bis auf we­ni­ge, heu­te noch vor­han­de­ne Tei­le des Tur­mes zer­stört. Der Wie­der­auf­bau be­gann im Jah­re 1409. Die­ser Bau ist – von klei­ne­ren Ver­än­de­run­gen ab­ge­se­hen, die durch Brän­de im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg und durch Blitz­schä­den er­for­der­lich wur­den – bis auf den heu­ti­gen Tag er­hal­ten.

Die Kir­che hat drei Por­tale; zwei füh­ren in die Sei­ten­schif­fe. Das Haupt­por­tal im Turm glie­dert mit sei­nem reich pro­fi­lier­ten Ge­wän­de und dem da­rü­ber be­find­li­chen Rund­fens­ter die gro­ße Mau­er­flä­che der West­front.

Eine Be­son­der­heit sind die gut er­hal­te­nen Wand­male­reien aus dem 15. Jahr­hun­dert. Sie wur­den 1964/65 frei­ge­legt und 1986–1990 in ver­schie­de­nen Bau­ab­schnit­ten gründ­lich res­tau­riert und kon­ser­viert.

Turm der St. Ge­orgs­kir­che
Foto: S. Mar­tien­sen
(Wei­te­re An­sich­ten der Kir­che er­hal­ten Sie durch An­kli­cken des Bil­des)

Zur Aus­stat­tung der Kir­che ge­hö­ren un­ter an­de­rem

  • ein Tauf­stein aus dem Jahr 1497 mit den Apos­teln und dem ge­kreu­zig­ten Chris­tus
  • das Chor­ge­stühl aus dem An­fang des 17. Jahr­hun­derts
  • das Al­tar­kreuz mit Oster­leuch­ter und Le­se­pult (Wer­ke der Gre­ben­stei­ner Künst­le­rin Ka­rin Bohr­mann) aus dem Jahr 1992.

Alte In­schrif­ten auf dem ehe­ma­li­gen Em­po­ren­ge­bälk, sind heu­te im Turm­raum zu se­hen. Ei­ne stammt aus dem Jah­re 1559 und be­zieht sich auf die Re­for­ma­tion. Die an­de­ren stam­men ver­mut­lich aus der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges.

Gemein­de­haus

Ein wich­ti­ges Zen­trum ne­ben der Kir­che ist das Ge­mein­de­haus. Es wur­de An­fang der 1960er Jah­re er­rich­tet und muss­te 1974/75 aus­ge­baut und mit sei­nem Raum­an­ge­bot der aus­ge­wei­te­ten Ge­mein­de­ar­beit an­ge­passt wer­den. Im Jahr 2006 wur­de auf dem Dach des Ge­mein­de­hau­ses eine So­lar­strom-An­la­ge mit ei­ner Leis­tung von rund 10 kWp in­stal­liert, die seit dem 3. Au­gust 2006 Strom lie­fert. Für ei­nen Zeit­raum von 20 Jah­ren ist die Ab­nah­me des pro­du­zier­ten Stroms zu ei­nem Preis von 51,8 Ct je kWh ga­ran­tiert.

Schild am Ge­mein­de­haus
Foto: S. Mar­tien­sen

Der Kir­chen­vor­stand Im­men­hau­sen hat am 22. Juni 2010 ein­stim­mig be­schlos­sen, dass die Kir­chen­ge­mein­de der Ak­tion »Ge­recht ge­nie­ßen – 2000 Ge­mein­den trin­ken fair« bei­tritt: Bei den Ver­an­stal­tun­gen, zu de­nen die Kir­chen­ge­mein­de ein­lädt, wird aus­schließ­lich Kaf­fee aus Be­zugs­quel­len des fai­ren Han­dels aus­ge­schenkt. Auch bei Ver­mie­tun­gen des Ge­mein­de­hau­ses für pri­va­te Fei­ern gilt, dass nur fair ge­han­del­ter Kaf­fee aus­ge­schenkt wer­den soll. Even­tu­ell ge­schenk­ter »nicht-trans­fai­rer« Kaf­fee wird an die Hof­geis­ma­rer Ta­fel wei­ter­ge­ge­ben. Auf die­se Re­ge­lun­gen weist ein Schild am Ein­gang des ev. Ge­mein­de­hau­ses al­le Be­su­cher hin.

Die Kir­chen­ge­mein­de möch­te da­mit in ih­rem All­tag ein Zei­chen für mehr Ge­rech­tig­keit set­zen. Kaf­fee ist ei­nes der wich­tigs­ten Pro­duk­te im Welt­agrar­han­del. Das Ein­kom­men von über 100 Mil­lio­nen Men­schen hängt vom welt­wei­ten Kaf­fee­kon­sum ab. Der An­teil am Ver­kaufs­er­lös, der den Klein­bau­ern in den An­bau­re­gio­nen zu­ge­bil­ligt wird, reicht je­doch kaum um eine Fa­mi­lie zu er­näh­ren. Der fai­re Han­del ga­ran­tiert den Kaf­fee­bau­ern ei­nen drei- bis vier­mal hö­he­ren Preis als der her­kömm­li­che Kaf­fee­han­del, der von ei­ni­gen we­ni­gen Nah­rungs­mit­tel­kon­zer­nen do­mi­niert wird. Zu­sätz­lich er­hal­ten Kaf­fee­bau­ern, die ihr Pro­dukt über den fai­ren Han­del ver­mark­ten, ei­nen Auf­schlag auf ih­ren Er­lös, um ge­mein­sam so­zia­le Ein­rich­tun­gen wie Schu­len und Ge­sund­heits­zen­tren in ih­ren Ort­schaf­ten zu schaf­fen.

Die Kir­chen­ge­mein­de wünscht sich, dass im­mer mehr Men­schen bei Ih­rem Ein­kauf auf das Fair­tra­de-Sie­gel ach­ten und so mit klei­nen Schrit­ten zu mehr Ge­rech­tig­keit bei­tra­gen. Bei Pro­duk­ten mit dem Fair­tra­de-Sie­gel ha­ben die Ver­brau­cher die Ge­wiss­heit, dass die Le­bens- und Ar­beits­be­din­gun­gen von Bau­ern und Be­schäf­tig­ten durch Fair­tra­de-Prei­se und -Prä­mie ver­bes­sert wer­den. Au­ßer­dem sind il­le­ga­le Kin­der­ar­beit und Zwangs­ar­beit ver­bo­ten. Nicht nur bei Kaf­fee, auch bei vie­len an­de­ren Pro­duk­ten lohnt es sich, auf das Fair­tra­de-Sie­gel zu ach­ten.

Publikationen

Seit 1966 er­schei­nen in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den die Ge­mein­de-Nach­rich­ten der evan­ge­lisch-re­for­mier­ten Kir­chen­ge­mein­den Im­men­hau­sen und Ma­rien­dorf. Sie wur­den 1993 in drei Sam­mel­bän­den (1966–1992) zu­sam­men­ge­fasst – Sam­mel­band IV (1993–2004) er­schien 2004 – und do­ku­men­tie­ren ein Stück der jün­ge­ren, aber auch der äl­te­ren Ge­schich­te von Kir­chen­ge­mein­de und Stadt. (Die Sam­mel­bän­de sind lei­der ver­grif­fen, kön­nen aber im Pfarr­amt ein­ge­se­hen wer­den.) Wei­ter­hin er­schie­nen:

  • Fried­rich-Karl Baas; Die Wand­ma­le­rei­en in der Stadt­kir­che zu Im­men­hau­sen, 1968/1991
  • Fried­rich-Karl Baas; Fak­ten zur Ge­schich­te der Stadt Im­men­hau­sen, 1966
  • Fried­rich-Karl Baas; Die Im­men­häu­ser Gu­ten­berg­bi­bel, 1978
  • 300 Jah­re Ma­rien­dorf 1687–1987. Ei­ne Hu­ge­not­ten­ge­mein­de im Wan­del der Zeit, hrsg. vom Ma­gis­trat der Stadt Im­men­hau­sen, der evan­ge­lisch-re­for­mier­ten Kir­chen­ge­mein­de Ma­rien­dorf und dem Fest­aus­schuss 300 Jah­re Ma­rien­dorf. Re­dak­tion: Fried­rich-Karl Baas. Im­men­hau­sen-Ma­rien­dorf 1987 (Die­se Schrift kann über das Pfarr­amt be­zo­gen wer­den).

Ökumene

Mit den Flücht­lin­gen, die nach dem Krieg in Im­men­hau­sen ei­ne neue Hei­mat fan­den, wuchs auch der Be­völ­ke­rungs­an­teil der ka­tho­li­schen Chris­ten. An der Ho­hen­kir­cher Stra­ße, au­ßer­halb der al­ten Stadt­mau­er, steht heu­te die ka­tho­li­sche Kir­che St. Cle­mens-Ma­ria. Sie wur­de im Jah­re 1952 zu­sam­men mit ei­nem Pfarr­haus er­baut. Bis zu die­ser Zeit ha­ben die ka­tho­li­schen Ein­woh­ner ihre Got­tes­diens­te in der evan­ge­li­schen Stadt­kir­che ge­fei­ert. Als Dank stif­te­ten sie ein Glas­fens­ter für die Kir­che, das von Ri­chard Süß­muth ge­stal­tet und in der Glas­hüt­te Im­men­hau­sen an­ge­fer­tigt wurde. Ei­ne gute öku­me­ni­sche Zu­sam­men­ar­beit ver­bin­det die ka­tho­li­sche und die evan­ge­lisch-re­for­mier­te Kir­chen­ge­mein­de heute.

In der Zeit des ge­teil­ten Deutsch­land lie­gen die An­fän­ge ei­ner Part­ner­schaft mit der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Cros­sen a. d. Els­ter, die auch heu­te noch wei­ter­be­steht und durch ge­gen­sei­ti­ge Be­su­che ge­pflegt wird.

Das Hos­pi­tal

Hos­pi­tal
Foto: S. Mar­tien­sen

Die mild­tä­ti­ge Stif­tung aus dem spä­ten Mit­tel­al­ter (Mit­te des 16. Jahr­hun­derts), die in dem 1982/83 res­tau­rier­ten Ge­bäu­de sie­ben klei­ne Al­ten­woh­nun­gen be­reit hält, wird von der Kir­chen­ge­mein­de ver­wal­tet. Vor­sit­zen­der des Stif­tungs­vor­stan­des ist nach al­tem Recht der Pfar­rer, 2. Vor­sit­zen­der der Bür­ger­meis­ter.

Zu die­ser Stif­te ge­hör­te bis zum Jah­re 1982 auch das Sie­chen­haus. Es wur­de an das Deut­sche Ro­te Kreuz, Orts­ver­ei­ni­gung Im­men­hau­sen, für den sym­bo­li­schen Preis von ei­ner Deut­schen Mark ver­kauft. Die Ver­ei­ni­gung hat das Ge­bäu­de aus dem 18. Jahr­hun­dert vor­bild­lich res­tau­riert. Sie nutzt es für ih­re Ver­eins­ar­beit.

Akti­vi­tä­ten für ei­ne ge­rech­te­re Welt

  • Samm­lung »Brot-für-die-Welt« – je­weils am 1. Ad­vent wird die Samm­lung er­öff­net mit Fa­mi­lien­got­tes­dienst und an­schlie­ßen­den An­ge­boten im Ge­mein­de­haus: Mit­tag­es­sen, Kaf­fee und Ku­chen u.a.
  • Mexiko – Die Kir­chen­ge­mein­de un­ter­stützt mit Kol­lek­ten und der Kon­fir­man­den­spen­de das »Centro de Asis­ten­cia So­cial« (So­zial­zen­trum) in Me­xi­ko Stadt. Wir ha­ben hier ei­ni­ge In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ein­rich­tung zu­sam­men­ge­stellt.
  • Antei­le bei Oi­ko­cre­dit – über den För­der­kreis Hes­sen-Pfalz ist die Kir­chen­ge­mein­de Mit­glied bei der Öku­me­ni­schen Ent­wick­lungs­ge­nos­sen­schaft (Oi­ko­cre­dit mit Sitz in Amers­foort), die Dar­le­hen an be­nach­tei­lig­te Men­schen in den ar­men Län­dern ver­gibt.
  • Aus­bil­dungs­hil­fe für jun­ge Chris­ten in Asien und Af­ri­ka – an die­ser Auf­ga­be be­tei­ligt sich die Kir­chen­ge­mein­de mit der Kol­lek­te der Kon­fir­ma­tions­got­tes­dienste